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Lorenzo Da Ponte
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Über Da Ponte's Leben und Werk
Er war eine
der schillerndsten und faszinierendsten Persönlichkeiten in einer an solchen
Erscheinungen ohnehin nicht armen Epoche. Aus ärmsten Verhältnissen stammend
und geprägt vom geistigen und sozialen Klima der Serenissima Venedig einerseits
und dem aufstrebenden Bildungsbürgertum andererseits (mit allen daraus gerade
in seinem Fall so typischen resultierenden Schwierigkeiten für Personen
seinesgleichen, die ihn sein Leben lang wie ein Schatten begleiteten), gelang
ihm ein Aufstieg in zweierlei Hinsicht: Einerseits in die gesellschaftlich
allerhöchsten Kreise und andererseits hat er sich aus dem absoluten Nichts
emporgearbeitet in den Olymp der Librettisten. Er hat, das kann man mit einiger
Sicherheit behaupten, keinen Text völlig allein „erfunden“. Er hat alle
Sujets bearbeitet - und wie. Was er aus den Vorlagen gemacht hat – und auch
darin, aber nicht nur darin, gibt es zwischen ihm und Mozart auffallende
Parallelen - aber ist wahrlich einmalig. Wie er es zum Beispiel geschafft hat,
den Kaiser zu überreden, ihm und Mozart doch den Figaro zu erlauben, den dieser
zuvor Schikaneder verboten hatte aufzuführen; was er und Mozart aus dem Don Juan- Stoff
gezaubert haben, wie er mit der "Cosa Rara" Wien in Verzückung versetzt hat, das
alles sucht seitdem seinesgleichen. Daß er daneben immer wieder, außer in
jenen „mehr als zehn Jahren, in denen er Donauwasser trank“, mehrmals seine
materielle Existenz, auch als er längst Familienvater war, riskierte und prompt
auch verlor, aber immer wieder sich erhob und bis ans Lebensende stets von neuem
begann, welchen Zeitgenossen er begegnete, dass er am Lebensende den
aufsteigenden Ruhm seiner und Mozarts Werke erleben durfte, das ist spannender
zu lesen, als so mancher moderner Roman. Es ist sein Roman, ein Roman voll Witz,
Geist, Abenteuerlust, Auflehnen gegen das Schicksal und eine einzige Hymne an
die Kunst der Dichtung.
Er ist,
auch wenn er schon seit mehr als anderthalb Jahrhunderten tot ist, quicklebendig
in seinen Werken, die alt und jung begeistern durch eine unvergleichliche Geläufigkeit
der Worte und eine dämonische Meisterschaft der Hintergründigkeit, einer erst
in unserer Zeit verständlichen Darstellung der Charaktere, die für ewige
Zeiten beispielhaft und vorbildlich gezeichnet sind, so dass alle sich darin
wiederfinden. Zwar ist seinen Libretti ein spöttischer, manchmal zynischer
Unterton zu entnehmen, aber in allem blitzt letztendlich doch das Menschliche
durch, das was uns an den Schöpfer gemahnt. Und dieser zwischen den Zeilen und
Tönen durchscheinende Schatten des Göttlichen, er ist es, der mich an ihm so
fasziniert, mag er im Leben getan haben, was immer er tat.
Darum habe
ich mir seinen Namen als Synonym gewählt.
Pepe Da
Ponte