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Lorenzo Da Ponte
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Über mich
Gestatten, dass ich mich vorstelle: Pepe
Da Ponte, so nenn ich mich selber. Nicht dass der Name, den ich durch Geburt
erhielt, mein bürgerlicher, nicht ehrenwert wäre, oder dass er etwa grauslich oder
lächerlich wirke, nein, Gott behüte! Aber ich will durch den neuen, selbst
gewählten Namen - meinen „Künstlernamen“ - ausdrücken, dass es einen anderen in
mir auch noch gibt, als den Beamten, den Bürger einer österreichischen
Kleinstadt. Der Stadt, in der ich geboren wurde, in der ich trotz der einen
oder anderen Widrigkeit gern lebe, wo
mich der Schöpfer hingestellt hat, dort wo ich hingehöre.
Es gibt aber noch einen anderen, einen,
der neben seiner dienstlichen Verpflichtung und seiner Familie auch noch etwas
anderes hat, das ihn beschäftigt, in Anspruch nimmt, das seine Phantasie
beflügelt, das seine Träume erfüllt, das sein Leben bereichert. Es ist die so
vielen meiner Landsleute im Blut liegende Liebe zur Kunst, bei mir Liebe zur
Musik, zur Literatur. Und dafür ist in diesem kleinen Land ein hervorragend
gedüngter Boden, ein Boden, der seit Jahrhunderten reichste Früchte trug und
trägt.
Ich hab die beiden Gebiete einfach
zusammengefasst und mir die Opern ausgesucht. Ich bin ein bisserl verrückt nach
italienischen Opern. Verdi, „il gran vecchio di Sant´ Agatha“, Puccini, der Jäger aus Lucca, die drei von
der Abteilung Belcanto: Rossini, Bellini, Donizetti; daneben Beethoven, und
natürlich der „Uomo celeste“ unser Wolferl, Mozart. Und über ihn bin ich auch
zu den Texten der Opern, den Libretti, gekommen und dabei und durch ihn
natürlich zu seinem im wahrsten Sinn des Wortes kongenialen Partner Lorenzo da
Ponte.
Ich hab im Lauf
der letzten Jahre
begonnen, Da Ponte´s Biographie zu erforschen und bin dabei auf interessante
Erkenntnisse gekommen, habe zahlreiche Kontakte geknüpft und durch die Nutzung
des Internet (anders wäre dies beim hierfür nötigen zeitlichen und finanziellen
Aufwand für mich kaum praktizierbar) dabei erstaunliche Fortschritte gemacht.
Ich habe schon jetzt aus weltweiten Quellen eine interessante Bibliothek
zusammengetragen, die ich Zug um Zug und Stück für Stück erweitere. Es ist, wie
schon erwähnt, eine faszinierende Methode, Geschichte zu lernen. Aber auch eine
Gelegenheit, meine Heimat und die Nachbarländer, wo sich seine Leben grossteils
zutrug, kennenzulernen.
Ansonsten – wenn ich nicht gerade entweder
meinem Beruf nachgehe, im Kreises meiner Familie die Stunden geniesse oder in
alten, verstaubten Büchern wühle, um mühsam irgenwelche für das heutige,
hektische Leben völlig bedeutungslose Texte zu suchen, da kann es sein, dass
ich selber was verfasse. Im Kreise meiner Bekannten und Freunde bin ich dafür
berüchtigt, Begebenheiten auf meine persönliche Weise zu interpretieren und
diese Interpretationen den „Betroffenen unter die Nase zu halten“. Ich bin - lassen wir das Alter weg (ich
bin nicht mehr ganz so jung, fühle mich aber auch noch nicht alt) – wie schon erwähnt, ein österreichischer Beamter. Als solcher kenne
ich die Seele meiner Landsleute. Und da ich meine Landsleute wie mich selber
kenne, muß ich mich manchmal
von mir selber befreien, entäußern, meinen inneren Abfall entsorgen.
Was dem
Hofrat Grillparzer recht war, soll mir als seinem Kollegen billig sein. Es muß
ja nicht gleich Ottokars Glück und Ende dabei herauskommen. Außerdem, das möcht
ich schon festhalten, so wie er einst in der Dienstzeit kann ich nicht schaffen.
Und Hofrat bin ich auch (noch) keiner. Aber was nicht ist ....
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