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Über mich

Gestatten, dass ich mich vorstelle: Pepe Da Ponte, so nenn ich mich selber. Nicht dass der Name, den ich durch Geburt erhielt, mein bürgerlicher, nicht ehrenwert wäre, oder dass er etwa grauslich oder lächerlich wirke, nein, Gott behüte! Aber ich will durch den neuen, selbst gewählten Namen - meinen „Künstlernamen“ - ausdrücken, dass es einen anderen in mir auch noch gibt, als den Beamten, den Bürger einer österreichischen Kleinstadt. Der Stadt, in der ich geboren wurde, in der ich trotz der einen oder anderen Widrigkeit gern lebe,  wo mich der Schöpfer hingestellt hat, dort wo ich hingehöre.
Es gibt aber noch einen anderen, einen, der neben seiner dienstlichen Verpflichtung und seiner Familie auch noch etwas anderes hat, das ihn beschäftigt, in Anspruch nimmt, das seine Phantasie beflügelt, das seine Träume erfüllt, das sein Leben bereichert. Es ist die so vielen meiner Landsleute im Blut liegende Liebe zur Kunst, bei mir Liebe zur Musik, zur Literatur. Und dafür ist in diesem kleinen Land ein hervorragend gedüngter Boden, ein Boden, der seit Jahrhunderten reichste Früchte trug und trägt.
Ich hab die beiden Gebiete einfach zusammengefasst und mir die Opern ausgesucht. Ich bin ein bisserl verrückt nach italienischen Opern. Verdi, „il gran vecchio di Sant´ Agatha“,  Puccini, der Jäger aus Lucca, die drei von der Abteilung Belcanto: Rossini, Bellini, Donizetti; daneben Beethoven, und natürlich der „Uomo celeste“ unser Wolferl, Mozart. Und über ihn bin ich auch zu den Texten der Opern, den Libretti, gekommen und dabei und durch ihn natürlich zu seinem im wahrsten Sinn des Wortes kongenialen Partner Lorenzo da Ponte.
Ich hab im Lauf der letzten Jahre begonnen, Da Ponte´s Biographie zu erforschen und bin dabei auf interessante Erkenntnisse gekommen, habe zahlreiche Kontakte geknüpft und durch die Nutzung des Internet (anders wäre dies beim hierfür nötigen zeitlichen und finanziellen Aufwand für mich kaum praktizierbar) dabei erstaunliche Fortschritte gemacht. Ich habe schon jetzt aus weltweiten Quellen eine interessante Bibliothek zusammengetragen, die ich Zug um Zug und Stück für Stück erweitere. Es ist, wie schon erwähnt, eine faszinierende Methode, Geschichte zu lernen. Aber auch eine Gelegenheit, meine Heimat und die Nachbarländer, wo sich seine Leben grossteils zutrug, kennenzulernen.
Ansonsten – wenn ich nicht gerade entweder meinem Beruf nachgehe, im Kreises meiner Familie die Stunden geniesse oder in alten, verstaubten Büchern wühle, um mühsam irgenwelche für das heutige, hektische Leben völlig bedeutungslose Texte zu suchen, da kann es sein, dass ich selber was verfasse. Im Kreise meiner Bekannten und Freunde bin ich dafür berüchtigt, Begebenheiten auf meine persönliche Weise zu interpretieren und diese Interpretationen den „Betroffenen unter die Nase zu halten“. Ich bin - lassen wir das Alter weg (ich bin nicht mehr ganz so jung, fühle mich aber auch noch  nicht alt) – wie schon erwähnt, ein österreichischer Beamter. Als solcher kenne ich die Seele meiner Landsleute. Und da ich meine Landsleute wie mich selber kenne, muß ich mich manchmal von mir selber befreien, entäußern, meinen inneren Abfall entsorgen. 
Was dem Hofrat Grillparzer recht war, soll mir als seinem Kollegen billig sein. Es muß ja nicht gleich Ottokars Glück und Ende dabei herauskommen. Außerdem, das möcht ich schon festhalten, so wie er einst in der Dienstzeit kann ich nicht schaffen. Und Hofrat bin ich auch (noch) keiner. Aber was nicht ist ....

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