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Lorenzo Da Ponte - Kurzbiographie

Ungefähr 70 km nördlich von Venedig liegt eine Stadt namens Vittorio Veneto. Sie besteht aus den früheren Orten Serravalle und Ceneda und wurde 1866 zu Ehren des Königs Vittorio Emanuele II in Vittorio Veneto umbenannt. Ceneda hatte seit dem 16. Jahrhundert ein Ghetto. Dort wurde am 10.März 1749 dem jüdischen Lederhändler Geremia Conegliano und dessen Frau Ghella ein Sohn geboren, dem er den Namen Emanuele gab. Nach dem Tod der Frau wollte Geremia seinen 3 Söhnen wieder eine Mutter geben. Wegen der kaum 17- jährigen Braut konvertierte der Vater samt den Söhnen zum katholischen Glauben.    
Es ist in den Büchern des Klosters „Da Ponte" vermerkt, daß der Abt Lorenzo den jüdischen Lederhändler samt den 3 halbwaisen Söhnen am 29. August 1763 taufte. Der Abt gab Emanuele seinen Namen. Die neue Stiefmutter bescherte Lorenzo in den nächsten Jahren noch 3 Brüder und 11 Schwestern.
Nach dem Tod seines Paten, der ihn als erster gelehrt hatte, durfte Lorenzo am Seminar von Portogruaro studieren. Schon nach einem Jahr wurde er dort Lehrer, und bald darauf, 1770, Vizedirektor des Seminars. 1773 wurde er zum Priester geweiht.       
Es entsprach der geistliche Stand "so wenig meinem Temperament und Charakter, meinen Grundsätzen und Lieblingsbeschäftigungen, daß er notwendig zu vielerlei sonderbaren Begebenheiten Anlaß wurde." Dieser Satz in seinen Memoiren sagt in dezenter Weise aus, wie es wirklich war. Zu bedenken ist aber, daß damals der Bildungsweg nur zwei Möglichkeiten kannte: über den Adel und die Kirche. 
Von einem Tag auf den anderen ließ er Kirche und Posten fahren. Grund war eine heißblütige Venezanerin, Angela Tiepolo, der er "Cavaliere Servente" war, In deren Kreisen freundete er sich mit den bedeutendsten Dichtern an.  Schließlich flüchtete er aus Venedig, kehrte aber auf Drängen der Geliebten zurück, überlebte ein von ihr angestiftetes Attentat, wurde am Seminar Treviso Professor für Literatur. Für eine Feier schrieb er Gedichte, die ihn als staatsgefährdenden Revolutionär verdächtig machten. Der Posten war weg, er fand beim Senator Bernardo Memmo - Schüler Casanovas - Aufnahme. Nachdem ihn dessen Tochter der Verführung anklagte, mußte er das gastliche Haus verlassen. Nach einem Aufenthalt in Padua kehrte er zum dritten Mal nach Venedig zurück            .
Diesmal wohnte er beim Senator Antonio Zaguri. Sein neuerliches Verhängnis hieß Angioletta Belaudi, sie gebar ihm 3 Kinder, das dritte Kind auf der Flucht vor ihrem Haus, das sie wegen eines Mordkomplotts ihres Gatten verließ. In der "Bocca del Leone" wurde eine Anklage gegen Lorenzo deponiert. Das darauf folgende Verfahren schloß mit 15 Jahren Verbannung, Lorenzo floh rechtzeitig nach Görz. Zu seiner Ehrenrettung soll erwähnt werden, daß seine moralischen Verfehlungen nicht der wahre Grund für das Urteil waren, vielmehr hatte er sich in fortschrittliche Kreise begeben und ein Sonett auf Giorgio Pisani - einen glühenden Patrioten - verfaßt, das bald Tagesgespräch in der Lagunenstadt war.         
In Görz logierte er in einem Gasthof bei einer schönen Wirtin, deren Reizen er bald erlag. Hier widmete er eine Ode "Wettstreit der Vögel" dem Grafen Cobenzl, wodurch er Bekanntheit erlangte. In die Zeit in Görz fallen auch die ersten Arbeiten fürs Theater. Und wieder verfaßte er ein Pamphlet, diesmal für einen Verleger gegen Joseph von Coletti.   
Einer fingierten Einladung folgend reiste er nach Dresden zum dortigen Hofdichter Mazzola.           
Neben der Arbeit an Mazzolas Seite fürs Theater verliebte er sich in die beiden Töchter des Malers Guiseppe Varese - und in deren Mutter. Seine eigene Angaben zufolge wurde er neuerlich Opfer von Intrigen und mußte fliehen – diesmal nach Wien
Man schrieb das Jahr 1782. Die folgenden 9 Jahre sollten die Erfüllung seines Lebens bedeuten. Durch die Empfehlung Mazzolas kam er zu Antonio Salieri. Und er traf Pietro Metastasio, den "poeta cesareo", kurz vor dessen Tod,  wurde gar Kaiser Josef II vorgestellt, der sein Protektor wurde. 1784 verfasste er das 1. Libretto, „il ricco d' ungiorno" für Salieri. Werke für Vincente Martin y Soler (genannt Padre Martini), Guiseppe Gazzaniga, Giovanni Paisiello, Bianchi, Weigl, folgten. Und natürlich er, Mozart. Für ihn schrieb er 3 Libretti, durch die sie beide unsterblich wurden: 1786 Le nozze di figaro, 1787 Don Giovanni und 1790 Cosi van tutte. Insgesamt schrieb er in Wien 19 Bücheln, wie es Mozart bezeichnete. Darunter Un cosa rara, il burbero di buon cuore, l'arbore di diana. Die meisten Werke dieser Epoche stehen im Schatten Mozarts und wurden vergessen. Im Jahr 1787 scheint der Höhepunkt seiner Schaffenskraft zu liegen: Er verfaßte gleichzeitig drei Libretti: für Mozart "Don Giovanni", für Salieri "Assur" und für Martini "L' arbore di Diana". In seinen Memoiren liest sich das folgendermaßen: 
"Sobald ich zu Hause war, begann ich zu schreiben, zwölf Stunden hintereinander, eine Flasche Tokaier zur Rechten, das Tintenfass in der Mitte, eine Schachtel Sevilla- Tabak zur Linken. Ein schönes sechzehnjähriges Mädchen kam herbei, sooft ich schellte. Und das tat ich, recht oft und besonders, wen ich merkte, dass mein poetisches Feuer zu erkalten begann. ..." In dreinundsechzig Tagen waren die ersten beiden Opern ganz und fast zwei Drittel der letzten fertig."       
Er wäre nicht Da Ponte, hätte nicht auch die Liebe in Gestalt der Sopranistin Gabriele de Bene, nach ihrem Geburtsort "La Ferrarese" genannt, eine bedeutende Rolle in jenen Tagen gespielt und den Grundstein für neuerliche Probleme gelegt. Deren Gatte, der Römer Luigi Del Bene schien die Liaison zu dulden, aber Salieris Favoritin, die Sängerin Catarina Cavalieri, fühlte sich durch Da Ponte benachteiligt. Nach diversen Streitereien wandte er sich in einem Brief an Kaiser Leopold, Josef II. Nachfolger auf dem Habsburgerthron, der ihn offenbar nicht unterstützte: ".. mein Schicksal hängt nicht von dir ab, ... fürchten kann ich dich nicht ..". Leopold verwies ihn 1791 der Stadt. Er nahm in der Hinterbrühl Quartier, wurde auch hier verwiesen.       
Im Sommer war Da Ponte in Triest, wo er beim durchreisenden Kaiser Audienz erhielt, der aber anscheinend auf die Bitten nicht im gewünschten Ausmass eingegangen sein soll.           
Hier in Triest nahm sein Leben eine Wendung: Er lernte die Tochter eines Kaufmanns kennen, Nancy Grahl, der er unter seltsamen Umständen ehelich verbunden wurde.      
Im Spätsommer 1792 verließ er Triest. Er wollte nach Paris, ging aber auf Anraten Casanovas nach London. Im dortigen Theatermilieu traf er auf alte Bekannte aus Wien, den Komponisten Stephen Storace, dessen Schwester Ann, den Tenor Michael Kelly. Nach einem kurzen Zwischenspiel in Holland wurde er 1793 Impressario am King's Theater. Von 1794 bis 1804 sind 28 Premieren mit seinen Texten verzeichnet. Im Herbst 1798 reist er für 5 Monate nach Italien, Ceneda, Venedig, Bologna, Florenz. Zurück in London fand er sich seines Amtes als Impressario enthoben. Vor einem entlaufenen Stier fliehend lief er eines Tages in eine Buchhandlung, vorwiegend mit italienischer Literatur. Lorenzo wurde Buchhändler, allerdings ein erfolgloser. Er hatte Wechsel für den Parlamentarier Taylor mit unterschrieben und wurde 3 x verhaftet, weil sein Partner das Vorrecht genoß, "schuldenhalber nicht in das Gefängnis gesteckt werden zu können".     
Lorenzo schickte Frau und Kinder nach Amerika und folgte ihnen 1805 nach. In New York angekommen, wurde er Spezereienhänder. Auch hier gab es riskante Unternehmen, fragwürdige Partner, Bürgschaften. Amerikanische Biographen nannten ihn einen "professionellen Bankrotteur". Zum Beispiel hatte er sich 1811 in Pennsylvania als Branntweinerzeuger und Apotheker versucht.      
1811 wieder in New York beginnt der letzte Abschnitt seines Lebens. Hier wirkte er durch seine Förderung der italienischen Sprache. Seine Memoiren sind nicht nur die Schilderung seines Lebens, sie sind ein beredtes Zeugnis seiner Epoche. Und er trat für die Oper ein, bis dahin in Amerika kaum beachtet. Ende November1825 wurde der "Barbier von Sevilla" als erste Oper in New York gegeben, Mai 1826 "Don Giovanni". Es war Lorenzo vergönnt, den Erfolg seiner Werke erleben zu können.
1831 starb seine geliebte Nancy.
Er gewann Sponsoren für den Bau eines Opernhauses, das 1832 mit Rossini's La Gazza Ladra eröffnet wurde. Der wirtschaftliche Erfolg stellte sich, wie leider bei allen seinen Projekten, nicht ein. Lorenzo verließ den Direktionsposten, 1836 brannte die Oper ab.       
Er betrieb neuerlich einen Buchladen, hat aber keinen wirtschaftlichen Erfolg.
Am 17. August stirbt Lorenzo Da Ponte in seiner Wohnung Spring Street 91.
3 Tag später wurde er mit einem imposanten Trauerzug zu Grabe getragen.    
Es sollte ihm ein würdiges Grabmal errichtet werden. Da aber der Plan dazu immer wieder verschoben wurde, war es rund 50 Jahre nach seinem Tod nicht mehr auffindbar. Der damalige Friedhof liegt in der Gegend der heutigen 11. Straße.
(Quellenverweis: Siehe Lorenzo da Ponte >>> Quellen)

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